Was brauchen wir, um in dieser Zeit der Unruhe und des Hyper-Wandels nicht nur zu überleben, sondern zu gedeihen? Reicht es, über Change und Transformation zu sprechen – oder müssen wir ehrlicher sein und in vielen Fällen über einen kompletten Neuaufbau nachdenken?
Innovation – einst das magische Wort, das Unternehmen in neue Sphären katapultieren sollte.
Doch plötzlich schwindet die Nachfrage nach Innovationsmanagern, Innovation Hubs schließen ihre Türen. Immer öfter hören wir, dass Corporate Innovation in der Krise steckt – im Licht von Effizienzmaßnahmen und wirtschaftlichem Druck aus der Mode gerät.
Es scheint, als breite sich eine gewisse Müdigkeit rund um Innovationsmethoden wie Design Thinking aus. Ist das ein Zeichen der Ernüchterung, weil Ideen nicht schnell genug in die Umsetzung gefunden haben? Oder steckt ein tieferer Grund dahinter?
Warum sind wir „müde vom Innovieren“, wenn wir doch wissen, dass wir mutig vorangehen müssen?
Eine positive Hypothese: Es findet eine Evolution statt, eine Einsicht materialisiert sich. Unternehmen haben erkannt, dass Innovationsmanager oft in einer Blase operierten – ohne echten Durchschlag.
Es gab viele „kreative“ Feel-Good-Workshops, sogenanntes „Innovation Theatre“. Methoden wie Design Thinking wurden verdreht und ausgebrannt, als Lipstick-on-a-Pig eingesetzt. Einzelne Ideen mochten glänzen, aber viele Konzepte schafften es nicht in die Umsetzung – greifbarer Erfolg blieb aus.
Innovationsmanager konnten oder durften nicht an den „heiligen Gral“ – den Kern des Geschäftsmodells, die langfristige Strategieentwicklung oder das Operating Model. Das Neudenken des Business fand nicht ganzheitlich oder auf der richtigen Ebene statt, um wirklich Impact zu erzeugen. Oder es fehlte die richtige Umsetzungsunterstützung.
Ich bin fest überzeugt: Zukunftsfähigkeit erreichen wir nur mit Mut, einem ganzheitlichen Ansatz, der über isolierte Innovationsbemühungen hinausgeht – und einem strategischen Gestaltungsprozess, der Erneuerung von Vision und Strategie bis hin zu Geschäftsmodell und Organisationsdesign orchestriert.
Es geht darum, alle Bereiche des Unternehmens und relevante Stakeholder (Kunden, Mitarbeitende, Partner, Gesellschaft, Planet) einzubeziehen.
Kürzlich las ich einen Post eines CEOs eines deutschen Hidden Champions, der sinngemäß sagte:
„Angesichts dessen, was in der Welt passiert, und um die Zukunftsfähigkeit unseres Geschäfts zu sichern, wäre es falsch, nur über Change Management oder Transformation zu sprechen. Im Kontext von Digitalisierung und Nachhaltigkeit sollten wir alles hinterfragen, was gestern funktioniert hat. Ich würde eher von einem kompletten Reset oder Neuaufbau des Geschäfts sprechen.“
Wie erreichen wir Zukunftsfähigkeit?
Wir sehen eine Entwicklung, in der ganzheitliches Future Management und Future Design als neue Schlüsselkompetenz und Management-Disziplin in den Fokus rücken – nicht als isolierte Rolle oder Bereich, sondern als zentrale Aufgabe der gesamten Führung von Organisationen und über alle Unternehmensbereiche hinweg.
Was ist Future Management und Future Design?
Das Zukunftsinstitut GmbH beschreibt Future Management wie folgt:
„Future Management ist ein entscheidender Management-Ansatz, der in jeder Organisation verfolgt werden sollte – in Unternehmen, Institutionen und sogar in der Politik – um Entwicklungen frühzeitig zu verstehen und die Zukunft aktiv zu gestalten.
Future Management umfasst alle Maßnahmen und Handlungen zur Aufrechterhaltung der Zukunftsfähigkeit von Organisationen. Entscheidend ist dabei eine Triade: Entwicklungen außen – also im Umfeld der Organisation – beobachten, Handlungsfelder identifizieren und die Zukunft langfristig durch Maßnahmen innen in der Organisation gestalten.“
Future Design ist ein kreativer, systematischer Prozess, der Unternehmen und Teams hilft, lebendige, greifbare Visionen möglicher wünschenswerter Zukünfte zu erkunden und Szenarien zu gestalten, wie in diesen Szenarien Wert geschaffen werden kann.
Der Prozess endet nicht mit der Entwicklung möglicher Zukunftsvisionen oder Zukunftsbilder – er bringt Vision in Aktion durch das Design und die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle, Wertangebote und greifbarer Prototypen oder MVPs neuer Angebote und Services.
Woher kommt Future Design?
Future Design ist eine junge Design-Disziplin, und es haben sich noch keine einheitlichen Begriffe fest etabliert.
Andere Begriffe reichen von Critical Design, Speculative Design, Strategic Foresight, Design Futures, Design Futuring oder Discursive Design.
Viele dieser Ansätze ergänzen sich, überschneiden sich aber auch.
Was sind Überlegungen für ganzheitliches Future Management und Future Design?
Exploration möglicher Zukünfte: Statt sich nur auf kurzfristige Innovationen zu konzentrieren, sollten Unternehmen darauf abzielen, greifbare Darstellungen möglicher Zukünfte und langfristige strategische Visionen zu schaffen, die ihre Strategien und Handlungen leiten.
Keine heiligen Kühe: Was in der Vergangenheit Erfolg gebracht hat, sollte neu bewertet werden – besonders im Licht von Nachhaltigkeit, Digitalisierung, KI und großen Trends.
Kollaborative Intelligenz und Strukturen nutzen: Zusammenarbeit über Abteilungen hinweg führt zu tieferen Einblicken in sich ändernde Kundenbedürfnisse, Marktverschiebungen und kommende Trends. Der Abbau und das Neudenken starrer hierarchischer Strukturen ermutigt Mitarbeitende, ihre gemeinsame Zukunft aktiv zu gestalten.
Entwicklung von Future Skills: Organisationen sollten die Entwicklung von Future Skills bei ihren Mitarbeitenden als vitalen Bestandteil eines ganzheitlichen Future Managements priorisieren. Skills wie kreative Problemlösung, AI Fluency, strategisches Denken oder Empathie sind essenziell, um wettbewerbsfähig und anpassungsfähig in einer sich schnell entwickelnden Welt zu bleiben.
Iterative Entwicklung von Geschäftsmodell & Organisationsstruktur: Organisationsstrukturen, Methodiken und Team-Empowerment sollten sich iterativ entwickeln – im Einklang mit der Schaffung des Business der Zukunft.
Schaffung der Zukunft: Krisen sind Chancen für Transformation. Agile Unternehmen können sich an neue Szenarien anpassen, ihr Schicksal gestalten und so eine positive Zukunft für sich schaffen.
Planet- & Human-Centered Focus: Innovation sollte die Bedürfnisse zukünftiger Generationen und unseres Planeten priorisieren und eine bessere Zukunft für alle sicherstellen. Zukünftige Generationen auf diesem Planeten als stärksten Stakeholder zu sehen, hilft, ein Geschäft mit Zukunftsrelevanz zu schaffen.
Twin Transformation: Die Geschäftsmodelle der Zukunft werden sowohl von Digitalisierung als auch von Nachhaltigkeit getrieben – zwei starke gemeinsame Kräfte für Transformation. Und zunehmend von KI als strategischem Denk- und Umsetzungshebel.
Unser Ansatz bei Knoren X Company
Ein Gefühl der Ernüchterung über den aktuellen Zustand von Innovation sollte als Weckruf betrachtet werden – als Anstoß, loszulegen und echte Transformation anzugehen, statt zu vermeintlich bewährten Methoden zurückzukehren.
Ganzheitliches Future Management taucht tief in den Geschäftskern ein – es verbindet eine robuste Zukunftsvision mit Geschäftsstrategie und einem bedeutungsvollen Future Value Proposition.
Bei Knoren X Company kombinieren wir facilitative Consulting, Interim Management und strategische Klarheit mit gezieltem Future Skills Enablement. Wir nutzen das Big 5 of Strategy Framework als wissenschaftlich validiertes Denk- und Prozesssystem – um strategische Kompetenz auf allen Ebenen zu entwickeln.
KI setzen wir nicht als Buzzword ein, sondern als echten Denk- und Umsetzungshebel – für bessere Entscheidungen, stärkere Strategien und eine future-ready Workforce.
Wir arbeiten menschzentriert UND AI-first – weil die Zukunft nicht nur digital, sondern vor allem menschlich ist.
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